Laufen? Gerne! Aber ohne mich.

So liebe Ladies,
ich bin aus der Sommerpause zurück zum Rapport:
Selbstversuch beendet.

Im Nachhinein frage ich mich, warum ich Dinge tue von denen ich schon mit 16 wusste, dass ich sie für immer doof finden würde. Denn trotz aller Bemühungen und (mittelmäßiger) Konsequenz: Laufen = DOOF!

Aber was macht man nicht alles wenn man sich einbildet man müsste mit 42 noch  was Neues für sich ausprobieren.
Weil das ja alle machen. Und wenn das alle machen, warum dann nicht auch ich?
Laufen kann jeder!
Von wollen war ja nie die Rede ;).

Und nachdem ich ja bekanntlich ohne Druck nicht funktioniere, habe ich mich im Frühsommer beim  „Women’s Run München 2015“ angemeldet.

Ab da kam es mir nicht vor wie ein Ziel, sondern eher wie eine Hürde:
„Wenn ich das gemacht habe, kann ich wieder trainieren was und wie es mir Spaß macht. NACH dem Women’s Run hab ich mein Leben zurück“.

Jaja, ich weiß, das ist jetzt bisschen übertrieben, aber so ähnlich war es vom Gefühl schon.
Ein „hinter mich bringen„.

Trainiert hab ich auf jeden Fall dafür.
Mit Plan und so!
Nicht so oft wie ich hätte wollen.
Und vor allem nicht so oft wie ich hätte sollen.
Aber immerhin.
So gut mich meine Beine eben tragen wollten.
Zäh und verknotet und verkürzt wie sie manchmal eben so sind (Das übrigens auch nur, weil ich meinte, man kann auch Ü40 auf den ganzen Warmduscher-Kram wie ‚Ausradeln‘ und ‚Dehnen‘ verzichten).

Sogar mit Pulsuhr bin ich irgendwann gelaufen. Nur um festzustellen, dass ich quasi Spazierengehen muss wenn ich im aeroben Bereich laufen will.

Endlich Tag X:
Noch drei Stunden vor dem Start sagte mein Mann noch: „Wieso gehst Du denn da hin wenn Du keinen Bock hast?!“.
(Gute Frage eigentlich. Soviel zum Thema Vorfreude.)

Irgendwann, eine Stunde später als geplant, bin ich losgetigert. München Olympiapark. Dachte ich starte um 17.30 Uhr. Erfahre vor Ort, dass wir um 17:00 Uhr starten. Bekomme meinen Timer (*alles 1a organisiert. Das muss man wirklich sagen!) und eine Handvoll Gutscheine.
Ich hab aber keine Lust mich als 107te in einer Schlange Frauen im pinken Shirt für Gratisproben Kadefungin-Creme anzustellen. Ich brauch auch kein rosa Schweißband. Und schon gar kein Probe-Abo für die Zeitschrift Runners. (Hau bloß ab!)

Bis ich nach dem (mageren) Warm-Up kapiert habe wo ich hin muss ging es auch schon los.

Die ersten drei Kilometer hatte ich echt Spaß. Der Sound meiner Playlist war gut. Die Sonne schien. Es war warm. Die Strecke war schön und interessant. Und als mein Runstastic nach dem ersten Kilometer eine Pace von 6,04 meldete war ich echt happy. Super Zeit. Geht doch. 😀

Und dann ist passiert was mir beim Laufen IMMER passiert: mir wurde langweilig.
Sowas von entsetzlich und schrecklich langweilig.

Trotz der 1869 anderen Frauen.

Mit den Kindern auf dem Spielplatz zu sitzen und ihnen beim Schaukeln zuzusehen ist ähnlich nervtötend.
(Darum mach ich das nie und schicke immer meine Mama).

Also versuche ich es mit leise Mitsingen
„…Got me tripping higher than the ceiling
Ooh baby it’s the ultimate feeling
You got me lifted feeling so gifted
Sugar how you get so fly
Sugar how you get so fly
Sugar how you get so bescheuert diesen Schmarrn hier mitzumachen!!“

Nächster Versuch:
Ich schau mir die Gegend an. „Ok. Olympiasee voller Enten-A-a. Wie spannend.“

Teil 3:
Stöpsel aus den Ohren und dem Geplauder der anderen lauschen. Ist aber Kilometer fünf. Da plaudert kaum noch einer.

Viertens:
Dialoge mit meinem Schweinehund:
„Schau mal die da vorne hat hundert Kilo mehr als Du. Die läuft auch noch.“ (is mir egaaaal)
„Tun Dir Deine Beine weh?“ (Nein!) „Na also. Run baby run.“ (stellt Euch an dieser Stelle eine Grimasse mit zusammengekniffenenen Augen und rausgestreckter Zunge vor)
„Bist Du vielleicht schon mit Deinen Kräften am Ende?“ (Nein!)
„Also stell Dich nicht so an. Sind nur noch zwei Kilometer“ (Du kannst mich mal!)

Letzens:
Der letzte Kilometer. Ganz am Ende hab ich sogar noch einen Sprint hingelegt.
So hat es sich zumindest angefühlt. Ausgesehen hat es sicher eher wie Sterben mit Anlauf.

Direkt danach: Foto mit Daumen runter.
Der prophezeite Stolz stellt sich auch nicht ein. Nicht mal das. Na bravo.

Aber jetzt weiß ich das auch. Laufen ist nix für mich. Was für eine grandiose Überraschung!

 

Ich häng die Laufschuhe an den Nagel. Jetzt sofort!

 

Bye bye Runtastic

Deine (Eure) Isa***

 

PS: 5k finde ich kann man ab und zu schon mal machen. Vor allem weil ich Spartan auf jeden Fall mitmache im April 2016. Und wenn es auch nur einmal ist. Aber das will ich, und das mach ich!

PPS: Einmal um den Wörthsee sind 12k. Das wollte ich irgendwann eigentlich auch mal machen. Mach ich halt dann heimlich.

PPPS: Platz 596 von 1870 gesamt und Platz 70 von 221 in meiner Altersgruppe. Könnte schlimmer sein.

 

 

 

 

 

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Bea sagt:

    Ach, ich findes es eigentlich schade. Jetzt wo du da soweit gekommen bist. Das mit der langen Weile kann ich gar nicht nachvollziehen, mir kommen beim Laufen immer so viele Gedanken und Ideen, die man laufend schön durchdenken kann. Aber so hat jeder so seine Themen. Mir geht es mit Yoga so.

    1. Hi Bea!
      Die 5km-Strecke werde ich mir sicher erhalten. Aber weiter nicht mehr unbedingt. Ich muss gestehen, dass ich schon im Oktober eventuell beim Landkreislauf ein Stück Marathon-Staffel übernehme weil noch eine Läuferin fehlt 😉 Aber „mein Sport“ ist das nicht. Yoga übrigens auch nicht. *hihi

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