Bumperlgsund aber middleaged, oder: welcome to Ü-irgendwas

Liebe Ladies,
liebe Leser!

Zugenommen habe ich! Zu viel für meinen Geschmack!
Nach dem gesundheitlichen Totalausfall im vergangenen Jahr sowie dessen Folgen und Spätfolgen, hatte ich in den letzten Monaten natürlich den Fokus nicht auf meinem „Shape“ sondern erst mal darauf, insgesamt wieder auf die Beine zu kommen.
Ursache für meinen schlechten Gesundheitszustand waren meines Erachtens nach viele verschiedene Dinge, die irgendwann in einem „Shut Down“ endeten.

Wie Ihr vielleicht wisst, hänge ich sportlich immer noch ordentlich hinterher, und mein Bombenhintern ist einer Kraterlandschaft gewichen, meine Arme wackeln wieder beim Winken und nach dem Essen schlüpfe ich am liebsten von der Jeans in die Jogginghose.
Sechs Kilo mehr auf der Waage, gefühlt 4 Kilo weniger Muskulatur, nach Adam Riese sind das kannsichjederselberausrechnen „brutto“ ein paar Pfunde mehr auf den Rippen.
Meine Blusen sind zu eng, meine T-Shirts zu kurz, meine Hosen unbequem.

Ich möchte das nicht!!

Meine „gefühlte Wahrheit“ war:
„Ich esse doch eh schon so gesund! Das bisschen Schokolade…“

Mein Mann ist ja in diesen Dingen ein ganz wunderbares, verlässliches Barometer:
Ich: „Ich bin zu fett!“ (Mit den Händen in einer Schüssel Studentenfutter, Anm.d.Red.)
Er: „Das geht schon wieder weg.“
Ich: „Und bitte wie?!“
Er: „Na gerade Du weißt doch wie das geht!“
Ich : „Wir essen aber doch schon so gesund.“
Er: „…“
Ich: „Sag mal, meinst Du, ich bescheiß‘ mich selber?!“
Er: „Ja.“

Na bravo 😀
Ich lieb‘ ihn ja dafür. Gepasst hat mir die Antwort trotzdem nicht.
Aber er hatte natürlich Recht. Die Butterbreze am Nachmittag  und die Schale Pistazien am Abend gehen halt dann doch auch an mir nicht spurlos vorüber.
Gemüse hin oder her.

So einfach wollte ich mich dann doch nicht geschlagen geben.
Nachdem meine Periode seit einigen Monaten total unregelmäßig ist (zwischen 21 und 38 Tagen ist alles dabei!) war mein erster Gang zum Frauenarzt.
Seine Antwort: „Das ist halt irgendwann so. Bei manchen kündigt sich so der Wechsel an. Das kann ein paar Jahre so gehen. Wenn es Dich nicht stört, würde ich jetzt hormonell nix machen.“
Ich: „Aber ich habe so zugenommen!
Er: „Naja. Weißt ja wie das ist…“
Nachdem der Ultraschall auch absolut oB war, ging ich zwar zufrieden, aber ein bisschen zerknirscht aus der Praxis.

„Welcome to the Wechseljahre“. Ja pfui! Wer hat denn bitte das bestellt?!

Nachdem mich in der Adventszeit dann eine Art Siebenschläfertum überfallen hat, und das mit dem Sport und dem Schweinehund immer noch so ein ständig schwelender Konflikt ist, wollte ich unbedingt noch meine Schilddüsenwerte checken lassen.
Nach einer schweren Darmentzündung steigt die gerne mal aus und verweigert ihren Dienst.

Gedacht getan.

Gerade komme ich von meinem Hausarzt.
Begrüßt wurde ich in der Praxis von der Helferin schon  mit „Du kommst wegen Deiner Blutwerte? Solche Werte wie Du hätte ich auch gern. Absolut perfekt.“

Und beim Doc im Sprechzimmer (in dem ich nur proforma war)
Er: „Wie geht es Ihnen?“
Ich: „Gut!“
Er: „Dann weiß ich jetzt auch gar nicht ob wir noch irgendwas besprechen müssen.“
Ich: „Ich hab nur so zugenommen und dachte könnte die Schuld auf die Schilddrüse schieben.“
Er: „Können Sie nicht. Da ist alles in Ordnung.“

Wir haben dann kurz noch kurz über meinen Gesundheitszustand im letzten Jahr geredet, und wie es mir gelungen ist ohne Tabletten zu leben 😉
Ich: „(…) Ich esse eben jetzt nur noch das was ich gut vertage und – wenn auch nicht zu übertrieben – gesund.“
Er, mit Blick auf die Werte: „Das sieht man.“
Ich: „Dann bin ich also nicht krank sondern nur alt.“
Er: hat er kopfschüttelnd und lachend die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und das Gesicht darunter auf seinem Schreibtisch vergraben

Dann haben wir uns über Ernährung und Fachartikel in medizinischen Magazinen unterhalten, über meinen geplanten E5-Fernwaderweg im Juli, seine eigenen Erfahrungen mit Bergwandern und all sowas.
Beim Ultraschall von der Schilddrüse:
„Alles gut. Und die Halsschlagadern… na wenn die bei Ihnen nicht gut sind, dann weiß ich auch nicht…“

So.
Da haben wir jetzt den Salat.
Das mehr an Hüftgold liegt halt einfach nur an der Handvoll irgendwas zu viel, dem weniger Sport und dem…. Alter.

Muss ich jetzt zur Ü-40-Salatstocher-Fraktion wechseln?
Gerade ich? Wo ich doch so gerne esse! Und vor allem gerne viel?!

Ich denke nicht.
Ein bisschen achtsamer muss ich vielleicht sein. Und mich nicht selbst betrügen.
In eine knapp 47 Jahre alte 3-fach Mama passen halt keine 3000 kcal mehr rein. Pro Tag.
Nicht, wenn sie Kleidergröße 38 halten will.

Was mich aber wirklich im Herzen glücklich macht ist, dass ich wieder gesund bin, und mich bis auf ein bisschen Trägheit auch so fühle.
Dann muss ich eben doch früher ins Bett gehen. So alt, dass ich weniger Schlaf brauche bin ich dann eben doch noch nicht 😉

Ich weiß inzwischen was ich gut vertrage und was weniger gut.
Und werde lernen das noch besser zu beachten und nicht ab und an in einen Selbst-Sabotage-Modus zu rutschen.
Ich habe im letzten Jahr gelernt, wie wichtig es ist, sich Hilfe zu holen, wenn man nicht mehr kann. Und wie unwichtig es ist, wieviel Umfang der Bizeps hat, wenn es um Existenzielleres geht.
Ich habe gelernt, dass meine Arbeit goldwert ist und an mir selber bewiesen, dass die individuell passende Ernährung heilen kann (auch wenn ich das als Ernährungsberater natürlich niemals offiziell sagen darf, weil es nicht zu den Heilberufen zählt).
Und ich habe gelernt mich noch mehr selbst zu lieben und zu achten. Auch wenn im Sitzen der Bauch über den Gürtel hängt.
(Irgendwann gelingt mir Selbstliebe auch in der H&M-Umkleide 😉 )

Mir ist außerdem aufgefallen, dass mich das letzte Jahr noch viel mehr Gelassenheit gelehrt hat im Umgang mit alltäglichem Stress.

Außerdem wäre es vielleicht an der Zeit zu hinterfragen, ob die Frauen die ich als sportliche Vorbilder sehe, wirklich die richtigen Maßstäbe für mich sind. Die bekommen gerade eine nach der anderen ihre ersten Kinder. Meine Älteste von 3 Töchtern macht jetzt dann Abitur…
Baby-Fit. Healthy Mom. Working Mom. Fit Mom. Creative Mom. Sporty Mom…

Bin ich dann Old Mom?
Eher vielleicht so langsam Relaxed Mom. Oder Adult Mom. 😉

Das bevorstehende Detox-Special ist also demnach auch eines für mich.
Bisschen weniger „was ich immer mache“. Mehr Grünzeug.
20 Tage kein Brot keine Nudeln.
Gut für den Darm. Gut für die Figur. Gut für Ü20, Ü30, Ü40, Ü50, Ü60, Üwhatever.
Das wird spannend 😉

Eure Isa***

 

PS:

Und wer jetzt den Kopf schüttelt, weil ich wegen ein paar Pfunden zu viel zum Arzt renne, dem mag ich zu meiner Verteidigung sagen, dass ich das einfach für meinen Kopf gebraucht habe. Nach vielen Jahren schwerer Krankheit in früheren Jahren und dem Zusammenbruch im letzten Jahr, bin ich eben manchmal ein bisschen nervös und unsicher. Das gilt es abzulegen. Ich weiß und werde das.

Normalerweise schreibe ich ungern über so ganz private und persönliche Dinge wie zum Beispiel meine Gesundheit oder meine Kinder. Aber diesmal tue ich es – wenn auch nach einem Moment des Zögerns – doch. Weil ich denke, ich kann vielleicht auch Mut machen und motivieren. Und natürlich zum Schmunzeln bringen. Was mir immer das Liebste ist ❤

Entgegen dem Anraten einiger Ärzte, habe ich mich Anfang letzten Jahres gegen Valsartan, Pantoprazol und Co entschieden.
Ich wollte keine blutdrucksenkenden Mittel nehmen, wollte meine Entzündungen in Magen und Darm nicht wegschummeln, wollte keine Symptom-Bekämpfung, wollte nicht gesundheitlich tablettenabhängig werden.
Ich erinnere mich noch, dass mich einer der führenden Kardiologen in einer renommierten Münchner Klinik nach dem desaströsen Belastungs-EKG  belächelt hat, ob meiner Idee, zu versuchen alles über eine passende Diät zu regeln.

Aber ich wollte mich auf keinen Fall geschlagen geben.
Also habe ich viel gelesen, viel recherchiert, viel ausprobiert.

Dann kam die Fortbildung zum Fachberater für Darmgesundheit. Eben weil ich schon die Idee hatte, dass über dieses fantastische Organ so vieles zu regeln und zu „retten“ ist.

Nachdem ich dann wusste, was zu tun ist, war eine komplette Darmsanierung angesagt und dann langsamer Aufbau und Herantasten an „verträgliche“ Kost.
Das ist mir im Laufe der letzten vielen Monate auch ganz gut gelungen. Auch wenn es oft nicht leicht war und ich einige Rückschläge in Kauf nehmen musste.
Heute kann ich wieder alles essen was mir schmeckt. Auch wenn ich inzwischen viel besser weiß, was ich lieber weglassen sollte.

Ich konnte an mir selber beweisen, dass Bluthochdruck, Bauchschmerzen und depressive Verstimmungen über eine konsequent passende Ernährung zu bekämpfen sind. Auch wenn dies ein sehr viel unbequemerer Weg ist als eine oder drei Pillen zu nehmen. Es hat sich am Ende doch gelohnt.

#eathealthy
#nevergiveup

Fazit:
Der Weg ist der richtige.
Auch wenn es mal steinig ist, und kein Land in Sicht: alles wird gut.

 

 

 

 

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Simone Kremer sagt:

    ❤️

    Du bist und bleibst einfach MEGA

    😃

    Ich kann bei so vielem nicht mitreden…

    Keine Kinder bin noch „zu jung“ und weiß, dass die Pfunde zu viel einfach vom zu vielen „Mist queer Essen“ kommen (Abends noch ein Döner, mittags 3 Portionen Nuddln weil die einfach ZU GEIL sind und der eine Burger von McDo jetzt einfach sein MUSS Nachtdienst, Schlafmangel, Sofa und Schweinehund

    … ABER du motivierst „trotzdem“ ungemein!!

    Liebste Grüße aus Mittelhessen geschickt,

    Simone

    ***************************

    Simone Kremer Buchnerstr. 1 35392 Gießen

    Mobil: 0163 6969 727

    ***************************

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